
S/4HANA Compatibility Packs laufen 2026 aus: was Unternehmen jetzt wissen müssen
Viele SAP-Kunden arbeiten im S/4HANA-Umfeld noch mit Komponenten aus dem sogenannten S/4HANA Compatibility Pack. Diese Pakete haben in der Übergangsphase geholfen, bestimmte ECC-Funktionalitäten weiterhin zu nutzen – obwohl es dafür bereits strategische S/4-Nachfolger oder neue Cloud-Lösungen gibt.
Doch ab dem 01.01.2026 endet die Nutzungserlaubnis.
Das heißt: Funktionen aus dem Compatibility Scope dürfen produktiv nicht mehr eingesetzt werden. Es besteht Handlungsbedarf!
Was bedeutet das?
Das Compatibility Pack enthält zahlreiche Funktionen aus Bereichen wie:
- Finance
- Logistik (SD/MM/LE)
- Customer Service (CS)
- Human Resources
- Industriespezifische Add-ons
- Legacy-Module, die nicht für S/4HANA modernisiert wurden
Nach dem Auslaufen drohen:
- Compliance-Risiken
- Fehlen von Support
- Einschränkungen bei Upgrades
- Audit-Findings
Wie identifiziert man, ob man betroffen ist?
Die Analyse ist meist mehrschichtig:
1. Technische Nutzung identifizieren
- Nutzung von Objekten (Programme, Funktionsbausteine, Tabellen), die als „Compatibility Scope“ gekennzeichnet sind
- Analyse über SAP-Hinweise / Early Watch Report
- Überprüfung im SAP Readiness Check
- Custom Code Checks gegen Compatibility APIs
2. Prozesssicht aufbauen
- Welche Geschäftsprozesse hängen an den betroffenen Funktionen?
- Gibt es Alternativen im Standard von S/4HANA?
- Gibt es neuere Cloud-Lösungen im SAP Intelligent Suite Portfolio?
3. Fachbereiche früh einbinden
- Oft sind es gewachsene Prozesse, die lange nicht hinterfragt wurden. Eine frühzeitige Abstimmung verhindert spätere Überraschungen.
Wie geht man an die Auswahl der Alternativen?
1. S/4HANA Standard prüfen
Beispiele:
- CS → SAP S/4HANA Service
- SD-Funktionen → Advanced ATP, Condition Contract Management, BRIM
- Lagerprozesse → EWM
Viele Prozesse wurden vollständig erneuert, sind aber in anderen Modulen oder Architekturen umgesetzt.
2. SAP Cloud-Lösungen evaluieren
- Oft ist der funktionale Nachfolger nicht mehr On-Premise, sondern Cloud-basiert – wie SAP Field Service Management, SAP Sales Cloud oder SAP Build Process Automation.
3. Integrationsstrategie berücksichtigen
- Neue Lösungen bringen neue Schnittstellen – hier hilft ein sauberer Architektur-Blueprint.
Fazit
Das Ende der Compatibility Packs ist kein technisches Detail, sondern ein strategisches Thema. Unternehmen sollten jetzt:
- ihre Nutzung analysieren
- Alternativen evaluieren
- Migrationsmaßnahmen planen
- und frühzeitig Umsetzungskapazitäten sichern
Wer jetzt startet, kann Risiken vermeiden und gleichzeitig die Chance nutzen, Prozesse zu modernisieren und zukunftsfähig aufzustellen.
Wenn Sie aktuell S/4HANA nutzen oder die Migration planen:
Wie gehen Sie mit dem Wegfall der Compatibility Packs um?
Schreiben Sie mir, wenn Sie Unterstützung brauchen: Mirko.Galetzka@alogis.com






