1763542432215.jpg

    S/4HANA Compatibility Packs laufen 2026 aus: was Unternehmen jetzt wissen müssen

    27. Nov 2025

    Viele SAP-Kunden arbeiten im S/4HANA-Umfeld noch mit Komponenten aus dem sogenannten S/4HANA Compatibility Pack. Diese Pakete haben in der Übergangsphase geholfen, bestimmte ECC-Funktionalitäten weiterhin zu nutzen – obwohl es dafür bereits strategische S/4-Nachfolger oder neue Cloud-Lösungen gibt.

    Doch ab dem 01.01.2026 endet die Nutzungserlaubnis.

    Das heißt: Funktionen aus dem Compatibility Scope dürfen produktiv nicht mehr eingesetzt werden. Es besteht Handlungsbedarf!

    Was bedeutet das?
    Das Compatibility Pack enthält zahlreiche Funktionen aus Bereichen wie:

    • Finance
    • Logistik (SD/MM/LE)
    • Customer Service (CS)
    • Human Resources
    • Industriespezifische Add-ons
    • Legacy-Module, die nicht für S/4HANA modernisiert wurden

    Nach dem Auslaufen drohen:

    • Compliance-Risiken
    • Fehlen von Support
    • Einschränkungen bei Upgrades
    • Audit-Findings

     

    Wie identifiziert man, ob man betroffen ist?

    Die Analyse ist meist mehrschichtig:

     

    1. Technische Nutzung identifizieren

    • Nutzung von Objekten (Programme, Funktionsbausteine, Tabellen), die als „Compatibility Scope“ gekennzeichnet sind
    • Analyse über SAP-Hinweise / Early Watch Report
    • Überprüfung im SAP Readiness Check
    • Custom Code Checks gegen Compatibility APIs

     

    2. Prozesssicht aufbauen

    • Welche Geschäftsprozesse hängen an den betroffenen Funktionen?
    • Gibt es Alternativen im Standard von S/4HANA?
    • Gibt es neuere Cloud-Lösungen im SAP Intelligent Suite Portfolio?


    3. Fachbereiche früh einbinden

    • Oft sind es gewachsene Prozesse, die lange nicht hinterfragt wurden. Eine frühzeitige Abstimmung verhindert spätere Überraschungen.


    Wie geht man an die Auswahl der Alternativen?

    1. S/4HANA Standard prüfen

    Beispiele:

    • CS → SAP S/4HANA Service
    • SD-Funktionen → Advanced ATP, Condition Contract Management, BRIM
    • Lagerprozesse → EWM

    Viele Prozesse wurden vollständig erneuert, sind aber in anderen Modulen oder Architekturen umgesetzt.


    2. SAP Cloud-Lösungen evaluieren

    • Oft ist der funktionale Nachfolger nicht mehr On-Premise, sondern Cloud-basiert – wie SAP Field Service Management, SAP Sales Cloud oder SAP Build Process Automation.


    3. Integrationsstrategie berücksichtigen

    • Neue Lösungen bringen neue Schnittstellen – hier hilft ein sauberer Architektur-Blueprint.

    Fazit

    Das Ende der Compatibility Packs ist kein technisches Detail, sondern ein strategisches Thema. Unternehmen sollten jetzt:

    • ihre Nutzung analysieren
    • Alternativen evaluieren
    • Migrationsmaßnahmen planen
    • und frühzeitig Umsetzungskapazitäten sichern

    Wer jetzt startet, kann Risiken vermeiden und gleichzeitig die Chance nutzen, Prozesse zu modernisieren und zukunftsfähig aufzustellen.

    Wenn Sie aktuell S/4HANA nutzen oder die Migration planen:
    Wie gehen Sie mit dem Wegfall der Compatibility Packs um?
    Schreiben Sie mir, wenn Sie Unterstützung brauchen: Mirko.Galetzka@alogis.com

    Autor